Kanada
Labrador: St. Lewis - Happy Valley-Goose Bay - Churchill Falls - Labrador City
Quebec: Fermont - Ville de Gagnon - Baie-Comeau - Quebec - Montreal
USA
Taconic State Parkway - New York City - Shenandoah National Park - Blue Ridge Parkway - Pisgah National Forest - Goliad State Park - Falcon State Park
Mexiko
Refugio de los Ibarra
Gefahrene Kilometer: 7’042 km
Zeitzone: MEZ -8 Std.
Die Tatsache dass ich gestern Abend an unserem Übernachtungsplatz einen Schwarzbär gesehen habe, flösst mir doch etwas Respekt ein. Trotz Bewaffnung mit Bären-Spray mache ich mit Banda heute morgen (am 1. September) nur eine kleine Gassi-Runde. Zu schade, denn man könnte hier am östlichsten Punkt des Nordamerikanischen Festlands so schön wandern.
Nun gut, wir verlassen das Fischerdorf St. Lewis und reisen weiter auf dem 1‘149 Kilometer langen Trans Labrador Highway (TLH), welcher die wichtigste Verbindungsstraße im hohen Norden Kanadas darstellt. Diese Straße (auch „expedition 51°“ genannt) verbindet die Provinz Quebec - Achtung! und jetzt kommt‘s - mit der Provinz Quebec. Ja, tatsächlich bildet der TLH hier im hohen Norden einen großen Loop und deshalb auch der Name „TRANS Labrador Highway. Apropos „hoher“ Norden: der nördlichste Punkt des TLH liegt etwa auf dem Breitengrad Höhe Hamburg. Hättest Du das gedacht? Und wenn wir schon gerade bei der Höhe sind: der TLH reicht von Meereshöhe 0 bis auf maximal 660 Höhenmeter.
Auch wenn die legendäre Route seit Juli 2022 komplett asphaltiert ist, hat sie viel von ihrem abenteuerlichen Charakter behalten. Die Strecke (für uns von Ost nach West) bietet immer noch reichlich Einsamkeit und unvergessliche Begegnungen – nicht zuletzt mit der Tierwelt. Auf unserer Etappe bis Happy Valley-Goose Bay haben wir eine besondere Begegnung: Eine Bären-Mama will mit ihrem Jungen die Straße überqueren. Die Mutter schafft es rasch, aber das Junge versteckt sich vor uns. Wir warten mit abgestelltem Motor und bewaffnet mit der Kamera in der Hand. Doch der kleine Bär trickst uns aus: Statt den Weg vor uns zu nehmen, läuft er von uns unbemerkt im Straßengraben weiter und überquert die Straße 200 Meter entfernt – zu schnell und zu weit für ein gutes Bild. Ein Moment der uns überrascht und fasziniert, auch ohne Foto.
Bis Happy Valley-Goose Bay bleibt der TLH weitgehend unbewohnt – kaum Siedlungen, nur endlose Weiten. Ab Happy Valley-Goose Bay tauchen vereinzelt Häuser und Hütten auf, doch die Abgeschiedenheit bleibt spürbar. Man muss aber keine Angst haben vom Rest der Welt abgeschnitten zu sein, denn entlang des Highways gibt es überraschenderweise eine recht gute Handyabdeckung, sodass man nie wirklich „offline“ ist.
Auf dem Trans Labrador Highway werden wir ständig von den markanten Stromleitungen begleitet, die sich durch die Wälder Labradors ziehen. Diese riesigen Schneisen in den Wäldern führen zu den Churchill Falls, einem der größten Wasserkraftwerke der Welt. Hier treffen wir einen Mann, der 30 Jahre lang in dieser gewaltigen Anlage gearbeitet hat und uns interessante Einblicke gibt. Die Stromtrassen, die sich durch die Landschaft schlängeln, sind allgegenwärtig – es ist fast ein Ereignis, wenn wir einmal keine Leitungen sehen.
Die Churchill Falls selbst sind beeindruckend – ein riesiges felsiges Flussbett, das sich in eine tiefe Schlucht erstreckt. Doch wegen des gleichnamigen Kraftwerks, das das Wasser an anderer Stelle nutzt und absaugt, fließt nur ein spärlicher Rest durch das Flussbett. Es wäre ein gewaltiger Wasserfall, der in die Tiefe stürzen würde, wenn er doch mehr Wasser hätte.
Der Boden in Labrador überrascht: Unter einer dünnen Humusschicht liegt reiner Sand, auf dem dennoch Sträucher, Büsche und Moos gedeihen. Nicht zu vergessen die wilden Heidelbeeren, die allgegenwärtig und üppig auf dem sandigen Boden wachsen. Wir sammeln ein Kilogramm der süßen Beeren und freuen uns daraus später köstliche Marmelade zu kochen.
Am westlichen Ende des TLH erreichen wir Labrador City, die größte Stadt der Region, die vom Bergbau geprägt ist. Hier wird vor allem Eisenerz abgebaut und riesige Lastfahrzeuge, deren Räder größer als ein Mensch sind, transportieren das Erz aus den Tiefen der Gruben. Es ist beeindruckend zu sehen wie die gewaltigen Rohstoffe aus dieser abgeschiedenen Gegend durch lange Züge in die Welt hinaus transportiert werden. Nach einem Tag voller Eindrücke gönnen wir uns in der örtlichen Brauerei ein gut gekühltes Bier – ein angenehmer Kontrast zu der industriellen Szenerie der Stadt.
Manchmal überlegen wir uns, wie wäre es hier zu leben? Hätten wir dann auch so einen geländegängigen Quad oder einen wintertauglichen Motorschlitten in der Garage? Wären wir abgebrühter und hätten weniger Respekt vor Bären-Begegnungen? Würden auch wir im Herbst auf Elch-Jagd gehen und tonnenweise Heidelbeeren sammeln? Wie wäre das Leben so abseits der „übrigen“ Zivilisation und wie die schwere Arbeit in den Minen? Wir glauben es ist ein hartes Leben und sind froh, daß wir mit unserem Indi weiter fahren können und weitere spannende Orte und interessante Menschen auf dieser Erde entdecken dürfen.
Fazit: Der Trans Labrador Highway bleibt (trotz des neuen Asphalts) ein kleines Abenteuer – vor allem wegen der unberührten Natur, den Geschichten der Menschen und den unerwarteten Begegnungen mit der Tierwelt. Ein Höhepunkt unserer Reise durch den wilden Norden.
… und somit die Route 389. Die Straße, welche von Fermont nach Baie-Comeau führt, erstreckt sich über etwa 570 Kilometer und verbindet das abgelegene Bergbaugebiet im Norden, mit der Küste des Sankt-Lorenz-Stroms. Nach dem sehr gut ausgebauten Trans Labrador Highway wird diese Route zur Geduldsprobe für Fahrer und Fahrzeug. Der Weg schlängelt sich wie eine wilde Schlange durch die endlose Weite der Wälder. Abschnitte die einst Asphalt genannt wurden, wechseln plötzlich in Schotter über und die Schlaglöcher scheinen sich gegen uns verschworen zu haben. Es gibt Momente in denen wir uns fragen ob wir uns auf einem Trampelpfad oder tatsächlich noch auf einer offiziellen Straße befinden. Und wenn man denkt man hat das Schlimmste hinter sich, schlängelt sich die Straße mit einer Überraschungskurve den nächsten Berghang hinauf…
Die Handyabdeckung auf der Route 389 ist lückenhaft. In den besiedelten Gebieten wie Fermont und Baie-Comeau gibt es meist guten Empfang, doch auf den langen, unbewohnten Streckenabschnitten kann man leicht offline sein, was das Abenteuergefühl dieser abgelegenen Straße verstärkt.
Unterwegs pausieren wir an der Stelle, wo sich einst die „Ville de Gagnon“ befand – eine Geisterstadt, die vollständig von der Landkarte verschwunden ist. Die Stadt wurde in den 1960er Jahren gegründet und blühte dank einer Eisenerzmine. Doch als die Mine zum 31. Dezember 1984 schloss, verschwand im Juni 1985 auch die Stadt. Es ist beeindruckend, wie eine einzige Mine das Schicksal einer ganzen Siedlung bestimmen konnte.
Ein weiterer Höhepunkt auf dieser Route ist das beeindruckende Manicouagan-Kraftwerk. Wir hatten gehofft es besichtigen zu können, aber als wir am Manic-5 (dem Herzstück des Kraftwerks) ankommen, sind die Führungen bereits eingestellt. Die Besichtigungssaison endete mit dem August. Trotzdem ist der Anblick der riesigen Anlage ein beeindruckendes Erlebnis. Beim Wasserkraftwerk „Manic-5“ handelt es sich um die höchste Pfeilerstaumauer der Welt. Sie ist 214 Meter hoch und 1‘314 Meter lang. Sie staut den kreisförmigen Manicouagan-Stausee, der durch einen alten Meteoritenkrater geformt wurde. Manic-5 versorgt einen großen Teil der Provinz Québec mit Strom und ist ein bedeutendes Beispiel für Kanadas Ingenieurskunst im Bereich der Wasserkraft.
Am südlichen Ende der Route 389 liegt das Städtchen Baie-Comeau. Dort angekommen lassen Jan und ich den Tag entspannt ausklingen und gönnen uns ein köstliches Essen im Restaurant „Pecherie Manicouagan“. Der frische Fisch, die Shrimps und der Tintenfisch sind ein Genuss – eine perfekte Belohnung nach der langen und doch etwas anstrengenden Fahrt auf der Route 389.
Nach einem flüchtigen Zwischenstopp in der Stadt Quebec und einem kurzen Werkstattbesuch in Montreal erreichen wir bereits am 12. September die Grenze zu den USA, wo wir in den Bundesstaat New York einreisen.
Der „Taconic State Parkway“ führt uns durch wunderschöne hügelige Landschaften und direkt in die Metropole New York City. Auf unserer Bucket-List steht „einmal mit dem eigenen Wohnmobil durch Manhattan fahren“ und diesen Punkt nehmen wir jetzt in Angriff.
Nach einer ruhigen Nacht am Riverside Park (Upper West Side) fahren wir bei herrlichem Sonnenwetter strukturlos durch Manhattan. Mehrere Stunden rollen wir kreuz und quer durch den Big Apple. Dabei kommen wir u.a. an folgende bekannte Orte/Straßen: das Rockefeller Center, den Times Square, das Empire State Building, die 42nd Street, die 5th Avenue, das One World Trade Center und die Wall Street. Viele Kilometer später und schon sehr müde von der anstrengenden Fahrt durch die City fahren wir zuletzt über die Brooklyn-Bridge nach Brooklyn rüber, wo wir im etwas abgelegenen Stadtteil Red Hook einen ruhigen Stellplatz für die Nacht finden. Das Schicksal meint es gut mit uns, denn von hier aus haben wir einen imposanten Blick auf die Skyline von Manhattan und zur geschichtsträchtigen Skulptur der Freiheitsstatue.
Anmerkung: In ganz Neufundland und Labrador haben wir mit Moskito-Attacken gerechnet, sind aber stets verschont geblieben (was uns echt gewundert hat). Hier in New York City jedoch sind wir von Moskitos so zerstochen worden, wie den ganzen Sommer nicht.
Nach unserem Trip durch NYC ist der Shenandoah National Park im Bundesstaat Virginia unser nächstes Ziel. Das besondere hier ist der 170 Kilometer lange Skyline Drive, der sich mit spektakulären Panoramen durch die Blue Ridge Mountains windet. Leider haben wir arges Pech mit dem Wetter, denn die Berge sind wolkenverhangen, es ist neblig und regnet zeitweise wie aus Kübeln. Nichts desto trotz lasse ich mir nicht den Spaß verderben um mit Banda den ein oder anderen Wanderweg unter die Füße zu nehmen.
Den Blue Ridge Parkway (der nahtlos in den Skyline Drive übergeht) hatten wir eigentlich schon im Frühling geplant, aber dann zugunsten des Kentucky Bourbon Trails, der Stadt Chicago und des Bundesstaates Michigan erstmal von unserer Route gestrichen. Jetzt auf dem Weg in Richtung Süden paßt es besser mit der Planung und wir sind schon gespannt was uns auf dem Parkway erwartet.
Der Blue Ridge Pkwy ist eine 755 Kilometer lange Straße, welche sich durch die Appalachen in Virginia und North Carolina zieht. Auch hier haben wir atemberaubende Ausblicke auf die Blue Ridge Mountains. Der Pkwy führt durch unberührte Natur, historische Stätten und malerische Dörfer. Auch bekannt als „America‘s Favorite Drive“ ist er bei Reisenden vor allem wegen der entspannten Fahrt mit zahlreichen Aussichtspunkten, Wanderwegen, Wasserfällen und Picknickplätzen beliebt.
Den Abschluß unserer beinah 1‘000 Kilometer langen Nationalpark-Route bildet der Pisgah National Forest. Auch hier finden wir märchenhafte Wanderwege und einen ruhigen Stellplatz für die Nacht.
Alles in allem hat uns die Fahrt durch den Shenandoah National Park und auf dem Blue Ridge Parkway, trotz des teilweise doch sehr schlechten Wetters, viel Spaß gemacht. Wir konnten schön laufen und haben dabei immer wieder Rehe gesehen (einmal hätten wir wegen dichten Nebels beinah ein paar Rehe umgefahren). Wären wir jahreszeitlich einen Monat später dran gewesen, wäre die Fahrt evtl. noch schöner gewesen, denn dann hätten wir die Wälder der Blue Ridge Mountains in ihrer bunten Herbstpracht erlebt.
Wir sind zackig unterwegs und wollen in Richtung Mexiko keine großen Umwege mehr machen. Warum? Dazu komme ich später.
So durchqueren wir am 25. September den Bundesstaat Georgia mit seiner Hauptstadt Atlanta und spüren bereits die Vorboten des Hurrikan Helene. Teilweise sind Regen und Gewitter so schlimm, daß der Verkehr nur noch im Schritttempo vorangeht. Zweimal entscheiden wir uns von der Autobahn abzufahren und zu warten bis der gröbste Hagel durchgezogen ist. Erst als wir Georgia durchquert und im Bundesstaat Alabama angelangt sind, haben wir das Gefühl das Wetter ist nicht mehr ganz so schlimm. Wären wir nur einen Tag später dran gewesen, hätte uns der Hurrikan voll erwischt. Als wir später die Bilder der Katastrophe in den Nachrichten sehen, wird es uns schlecht. Was für ein Glück sind wir da unbeschadet durchgekommen.
Am Abend des 27. September erreichen wir bereits Houston Texas, wo wir mit unserem Indi einen kurzen Stop bei einem Mechaniker einlegen. Von hier ist es nicht mehr weit zur Mexikanischen Grenze, nur noch schlappe 600 Kilometer. Das Klima hat sich inzwischen auch komplett geändert. Die Tagestemperaturen liegen bei über 30° Celsius und die Nächte sind tropisch. Bei solch krass hohen Temperaturen macht das Van-life nicht mehr ganz so viel Spaß und dann abends noch was zu kochen… nein, dazu haben wir keine große Lust. Glücklicherweise gibt es in den USA den Discounter Aldi, bei dem wir uns mit guter Wurst und feinem Käse eingedeckt haben. So können wir uns abends einfach eine Brotzeit machen, bzw. kalt essen.
Unsere letzten beiden Nächte in den USA verbringen wir in State Parks. Einmal im Goliad State Park und ein andermal im Falcon State Park direkt an der Grenze zu Mexiko. Beide Male sind die Parks super schön und bieten wunderbare Wege zum Laufen, aber die Hitze… die ist schon brutal. An unserem allerletzten Abend, es ist bereits dunkel als wir draußen bei der Brotzeit sitzen, attackiert uns ein riesiger Schwarm Nachtfalter. Sie stürzen sich auf unsere Lebensmittel und versuchen sogar ins Gurkenglas und die Bierdose einzudringen. Wir können nichts anderes machen, als diese Invasion über uns ergehen zu lassen, denn in das von der Sonne immer noch aufgeheizte Fahrzeug wollen wir uns definitiv noch nicht zurückziehen.
Am Montag, den 30. Oktober sind wir früh unterwegs. Auf unserem kurzen Weg zur Grenze haben wir einen beeindruckenden Blick auf die riesige Grenzmauer, die sich quer durch die Landschaft schlängelt. Ich habe kurz recherchiert was der Ursprung dieses gewaltigen Grenzzauns ist:
Ursprünglich wurde das Projekt „Operation Gatekeeper“ in den 1990er Jahren unter Präsident Bill Clinton begonnen.
Weitergeführt hat dieses Projekt George W. Bush, der 2006 den „Secure Fence Act“ verabschiedete. Damit wurde der Bau weiterer Zäune und Sicherheitsanlagen möglich.
Der Bau der Mauer wurde dann während der Präsidentschaft von Donald Trump intensiviert. Trump machte den Mauerbau zu einem zentralen Punkt seiner Politik und ließ neue, höhere und robustere Abschnitte bauen, wobei er versuchte die Überwindung der Grenze massiv zu erschweren.
Der Grenzübergang für den wir uns entscheiden ist sehr klein und die Ausreise aus den USA wirklich einfach. Im Prinzip fahren wir einfach nur durch. Kein Stempel, kein gar Nichts. Wir werden von den Beamten einfach durchgewunken. Sicherheitshalber fragen wir aber den Grenzer schon doch noch, ob das tatsächlich so korrekt ist und die Amis wirklich wissen, daß wir jetzt wieder „draußen“ sind. Ja das sei so, wir bräuchten uns keine Gedanken darüber machen. Also ab nach Mexiko.
An der Mexikanischen Grenzabfertigung (ca. 5 Kilometer weiter) geht‘s ebenfalls so schnell und reibungslos wie soeben bei den Amis. Sin Problemas, perfecto!
Es ist spürbar, dass heute wieder ein sehr heißer Tag sein wird und deshalb wollen wir so schnell als möglich in kühlere Höhen. Erst als wir die Metropolregion um die Stadt Monterrey hinter uns gelassen haben (hier leben mehr als 5 Mio Menschen) und wir uns auf einer Höhe von 1’240 Metern befinden, legen wir unseren ersten Stop in Mexiko ein. Es ist bereits 11:30 Uhr und wir haben jetzt richtig Hunger auf ein deftiges Frühstück.
Vielleicht erinnerst Du dich daß wir im Sommer 2023, während unseres halbjährigen Europaaufenthaltes, bei verschiedenen Reisemobil-Ausbauern vorstellig geworden sind und uns für ein neues Wohnmobil interessiert haben. Wir haben den Fahrzeug-Markt beleuchtet und sind zu der Erkenntnis gekommen, daß er völlig überteuert war. Wir haben uns im Herbst 2023 dazu entschieden mit dem Fahrzeug-Kauf, bzw. einer Bestellung noch zu warten, bis der Markt wieder etwas abgekühlt ist. Wir wollten ja ohnehin mit unserem Indi noch 2 bis 3 weitere Jahre lang Zentral- und Nordamerika erkunden. Und plötzlich kommt es anders…
Am 4. September erhalten wir ein eMail aus Lüneburg. Uns wird ein Mercedes Vario 4x4 mit einer Woelcke-Kabine angeboten. Dieses Fahrzeug war bereits vor 6 Monaten auf dem Wohnmobil-Markt zu finden, wurde aber (weil ein Liebhaber-Stück) zurückgezogen. Da der Ausbau genau den von uns gewünschten Grundriss hat, hatten wir dem Verkäufer damals Interesse bekundet und ihm mitgeteilt, daß (sollte er es später irgendwann verkaufen) er es uns in 2-3 Jahren gerne wieder anbieten dürfe.
Umso mehr sind wir überrascht dieses schöne Fahrzeug so schnell wieder auf dem Markt zu sehen, mit der Möglichkeit es sofort kaufen zu können. Jan und ich benötigen ein paar Tage um uns mit den Konsequenzen auseinanderzusetzen. Wie weiter, wenn wir uns für den Vario entscheiden?
Und dann geht es schnell. Am 15. September haben wir einen 90 minütigen Video-Call mit dem sympathischen Verkäufer in Norddeutschland. Er stellt uns seinen Vario umfassend vor und zeigt uns alle Einzelheiten zu Technik und Ausbau. Das Ergebnis: Wir sind begeistert! Noch am selben Abend entscheiden wir uns für den Kauf dieses guten Stücks und am 17. September haben wir es schwarz auf weiß mit Unterschrift: Wir werden den Woelcke-Vario 818 DA kaufen.
Doch nun wie weiter mit unserer Reise? Werden wir den Vario erstmal einstellen bis wir mit unserer geplanten Amerika-Reise „fertig“ sind? Nein, wir entscheiden uns (wenn’s uns auch richtig schwer fällt) für den Abbruch unserer aktuellen Reise. „Alea iacta est! - Die Würfel sind gefallen!“ Wir werden unseren treuen Weggefährten Indi verkaufen und unsere Reise ab Europa mit dem Vario fortsetzen.
Bereits am 22. September schreiben wir unseren Sprinter 319 CDI 4x4 zum Verkauf in Mexiko, auf verschiedenen Portalen aus: bei Kleinanzeigen, im Panamericana-Forum und bei einschlägigen Facebook-Gruppen. Unsere Zielgruppe: Menschen die ebenfalls eine Panamericana-Reise planen und ihr Fahrzeug nicht erst noch teuer verschiffen wollen. Wir sind gespannt wie erfolgreich wir sein werden.
Bereits am 1. September stellen wir fest, wir verlieren Kühlflüssigkeit. Ein kurzer Blick unter die Motorhaube genügt um zu sehen, der Kühlwasser-Druckbehälter hat ein Mini-Löchlein, aus dem bei heißem Motor eine Mini-Fontäne rausspritzt. Jan schafft es den Behälter mittels Klebemasse erstmal wieder dicht zu machen. Dies ist sicher keine Dauerlösung, aber für unsere Fahrt über den Trans Labrador Highway zurück in die Zivilisation von Quebec sollte es definitiv ausreichen.
Unser Motor hat schon seit längerem ein undefinierbares Nebengeräusch, das wir bei den Fachleuten von „Silver Star“ in Montreal kontrollieren lassen. Es werden die Dichtungen der Einspritzdüsen erneuert und der Zylinder N° 6 bekommt gar eine neue Einspritzdüse. Außerdem lassen wir das Getriebe-Öl inkl. Filter wechseln und entlang des Turbo-Luftstroms zum Intercooler werden sämtliche Dichtungen ausgewechselt. Et voilà - das undefinierbare Nebengeräusch ist auf Nimmer-Wieder-Hören verschwunden.
In der Hitze von Süd-Texas lassen wir beim Kühler-Spezialist „West Houston Auto A/C Repair“ die komplette Klimaanlage revidieren. Auch hier müßen zwei Dichtungen ausgetauscht werden.
30.09.2024 - Marita Bottner / Jan Hiddink
Fahrt nach Oaxaca, wo wir in eine Wohnung umziehen. Der Indi wird ausgeräumt, gestriegelt und geputzt und für den Verkauf vorbereitet.
© Copyright by Jan und Marita - www.majanta.net - 2023 / 2024
Alle Reisen ab 2025 findest Du in der Applikation FindPenguins. Du meldest Dich in der App an und suchst nach unserem Konto MaJanta.net . Eine kurze Anfrage an uns und Du wirst ganz schnell zu unserem Konto freigeschaltet.
Diese Homepage
Frühere Reisen